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Kleine Hausordnung

Kleine Hausordnung für Hunde (Ressourcenverwaltung)

Der Hund hat einen angestammten Platz, möglichst in der Stube (dabei sein, aber trotzdem ruhige Ecke). An diesem Platz sollte der Hund dann auch wirklich Rückzugsmöglichkeit haben und nicht belästigt werden.

Dem Hund darf kein bettelndes oder forderndes Verhalten belohnt werden. Damit ist nicht nur Betteln am Tisch gemeint, sondern auch aufmerksamkeitfordendes Verhalten.
(Achtung! Auch eine negative Ansprache wie z.B. nein, lass das! ist Beachtung und kann vom Hund als Belohnung aufgefasst werden!)
Wird der Hund zudringlich und fordert (Aufmerksamkeit, Streicheln, Guddi, egal was), so ignorieren Sie ihn bitte total! Ignorieren bedeutet: Sie sehen ihn nicht, Sie hören ihn nicht, Sie spüren ihn nicht. Er ist einfach Luft für Sie! Da ist gar kein Hund!
Sobald der Hund resigniert und aufhört, zu fordern, können Sie ihn Ihrerseits heranrufen und ihn streicheln, knuddeln, was immer Sie gerne möchten.

Das Grundsatz-Motto heisst:
Sie dürfen mit Ihrem Hund alles – Kuscheln, Spielen, einfach alles, wozu Sie Lust haben!
ABER! Sie bestimmen den Zeitpunkt und die Dauer! Und nicht länger Ihr Hund!

Der Hund sollte jeden Tag Möglichkeit haben, seine Energie abzulassen (viel Bewegung, Sozialkontakt mit anderen Hunden, artgerechte Spiele mit dem Halter, Kopf- und Selbstkontrolle-Uebungen etc.)

Der Hund sollte stets einem Befehl folgen, bevor er erhält, was er gerne möchte.
(Hund möchte Guddeli, Streicheln etc. = vorher Sitz, Platz etc. fordern)

Auf die Ausführung von gegebenen Befehlen muss bestanden werden. Keine Befehle doppelt oder dreifach wiederholen. Wenn man keine Möglichkeit hat, einen Befehl durchzusetzen, sollte man den Befehl besser ganz auslassen.

Der Hund sollte hinter dem Halter durch Engpässe (Türen, Treppen, Gartenzaun etc.) gehen.
Dazu dem Hund einfach mit den Beinen den Weg versperren. Bitte nicht reden, ins Sitz diskutieren oder ähnliches, denn auch das ist wiederum Beachtung!

Der Hund muss zur Seite gehen - auch wenn er döst ... oder so tut als ob! - um Menschen passieren zu lassen.

Der Hund sollte kein Dominanzliegen an strategisch wichtigen Stellen der Wohnung ausüben (also sozusagen eine Portier-Funktion innehaben).
Strategisch wichtige Stellen sind Durchgänge, Eingangstüren, Balkon-, Garten- oder Terrassentüren, im Kücheneingang, vor der Küchenkombination während dem Kochen usw.
Achtung! Auch Hunde, die einem auf Schritt und Tritt folgen und ständig auf den Füssen des Halters liegen, kontrollieren uns! Bitte schicken Sie den Hund dann nicht mit Worten weg. Das wäre wieder Beachtung. Stören Sie ihn einfach, indem Sie ständig aufstehen und ihn mit dem Fuss anmüpfen, bis er ausweicht. Oder seien Sie ungeschickt und lassen Löffel, Zeitungen, Bücher fallen.

Der Hund sollte nicht auf Möbel, Sofa, Sessel etc.; erhöhte Liegeplätze werden vom Hund als Privileg empfunden

Der Hund sollte nicht im Bett des Halters schlafen (Privileg / erhöhter Liegeplatz)

Der Hund soll beim Rückkehren des Halters (nach Hause, vor einem Geschäft, bei Platz-Bleib-Uebungen) nicht enthusiastisch begrüsst werden. Der Halter gibt sich „zugeknöpft“ während des Hundes Freude toleriert wird.

Zerr- und Reiss-Spiele sollten unbedingt vermieden werden. Es sollte kein Spielzeug für den Hund frei zugänglich sein. Der Halter verwaltet das Spielzeug, stellt es zur Verfügung, wann er es will und versorgt es auch wieder; und zwar, bevor der Hund das Interesse daran verliert. Quietsche-Spielsachen bitte vermeiden. Der Hund lernt, dass es Spass macht, irgendwo hinein zu beissen und es quietscht dann. Er wird keine Unterscheidung machen, ob es sich dabei um sein Spielzeug oder Nachbars Katze handelt.

Wenn Besuch kommt, soll der Hund der Letzte sein, der diesen begrüsst. Der Besucher kommt in aller Regel wegen Ihnen. Nicht wegen des Hundes.

Im Zweifelsfall wird der Hund angeleint, bis sich die erste Aufregung gelegt hat und erst beachtet, wenn er sich manierlich dem Besuch nähert. Bitten Sie Ihren Besuch, mit Ihnen dabei an einem Strang zu ziehen.