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Abbruchsignal

Antrainieren eines Abbruchsignals

Erster Schritt:
Der Hundeführer hält in jeder Hand ein Guteli (oder begehrtes Spielzeug), überlegt sich zuvor, aus welcher Hand der Hund das Guteli effektiv bekommt und hält dem Hund dann beide Hände vor die Nase. Wenn der Hund an der „verbotenen Hand“ zu stöbern beginnt und versucht, das Guteli zu nehmen, spricht der Hundeführer das Abbruchsignal aus. Dieses Abbruchsignal sollte nicht im täglichen Sprachgebrauch vorkommen, kurz und prägnant und ausschliesslich dem Hundeführer vorbehalten sein. (z.B. „lass das“, „basta“, „off“ etc.) Solange der Hund an der „verbotenen Hand“ stöbert oder knabbert, wiederholt der Hundeführer ruhig sein Abbruchsignal, ohne die Hand aber zurück zu ziehen. Sobald der Hund auch nur die leiseste Tendenz in Richtung der anderen Hand zeigt (Blick genügt!), wird er gelobt und erhält von dort das Guteli.

Diese Uebung muss so lange wiederholt werden, bis der Hund nicht mehr versucht, an das Guteli in der „verbotenen Hand“ zu kommen, sondern zielstrebig zur anderen Hand kommt, sobald er das Abbruchsignal hört.

Der Hundeführer sollte sich vorher überlegen, ob er die „verbotene“ Hand wechseln will, oder ob er möchte, dass sein Hund grundsätzlich nur aus der rechten (oder linken) Hand ein Guteli nimmt. Auch dies kann dann ganz nebenbei damit eintrainiert werden.

Zweiter Schritt:

Sobald der Hund gelernt hat, auf die „richtige“ (Guteli-) Hand zu schauen, wenn der Hundeführer das Abbruchsignal ausgesprochen hat, vergrössert man die Distanz der ausgestreckten Hände Schritt für Schritt. Ziel ist, dass der Hund auch bei grösserer Distanz zwischen den zwei Händen rasch beim Hören des Abbruch-Signals hin- und herwechselt. Während der Hund lernt, was er tun muss, um die Belohnung zu bekommen, wird die Geschwindigkeit und die Distanz immer mehr Schritt für Schritt vergrössert. Erst, wenn diese Uebung immer und zuverlässig funktioniert, geht man zum nächsten Schritt weiter.

Dritter Schritt:
Entweder bittet man eine Hilfsperson, eine Hand mit einem Guteli darzubieten. Dann muss auch hier vorher geklärt werden, wer die „verbotene“ Hand darbietet und wer die „richtige“ Hand (Hilfsperson oder Hundeführer). Stellt sich ein Familien-Mitglied als Hilfsperson zur Verfügung, so ist es wichtig, dass sowohl die Hilfsperson als auch der Hundeführer im Wechsel einmal die verbotene und einmal die richtige Hand darbietet, damit der Hund nicht am Ende nur noch von einer Person die Guteli annimmt. Möchte man, dass der Hund keine Guteli von Fremden annimmt, so bittet man, Personen aussserhalb des Hausstandes um Hilfe und legt zuvor fest, dass diese immer die „verbotene“ Hand darbieten.

Steht keine Hilfsperson zur Verfügung, so kann man den Hund auch anleinen, ein paar Gutelis auf den Boden legen (oder im fortgeschrittenen Stadium werfen) und sobald der Hund diese Gutelis nehmen will, das Abbruch-Signal geben. Sobald der Hund auch nur die leiseste Tendenz Richtung Hundeführer zeigt (Blick genügt!), wird er gelobt und erhält dann, beim Hundeführer angekommen, ein Guteli. Möchte man dem Hund eine Hilfestellung geben, so verwendet man am Boden relativ „unattraktive Guteli“ und hält in der Hand eine besonders begehrte Belohnung. Ziel ist, dass der Hund sofort von seinem Vorhaben ablässt und zügig zum Hundeführer kommt, sobald er das Abbruch-Signal hört.

Vierter Schritt:
Ein Ball, Spielzeug oder ähnliches wird langsam (nicht schwungvoll!) über den Boden gerollt. Wenn dies den Hund bereits zu stark stimuliert, legt eine Hilfsperson einfach ein Spielzeug ruhig auf den Boden. Sobald der Hund sich auf das Spielzeug zu bewegt, wird das Abbruchsignal gegeben. Sobald der Hund sich – auch nur im Ansatz – zu dem Hundeführer hin wendet, soll sich der Hundeführer rückwärts weg bewegen. Der Hund sollte dann dem Hundeführer folgen. Sobald der Hund sich beim Hundeführer befindet, wird der Hund überschwänglich gelobt und erhält ein Guteli. Hunde, die stark auf das Spielzeug reagieren, müssen zu Anfang bei dieser Uebung an einer langen Leine gehalten werden, um zu verhindern, dass sie „gewinnen“, also das Spielzeug effektiv zu fassen bekommen. Je besser der Hund im Laufe dieser Uebung reagiert, desto schwungvoller kann das Spielzeug über den Boden gerollt werden.

Fünfter Schritt:

Sobald der Hund bei dieser Uebung zuverlässig reagiert, werden Freunde, Bekannte etc. gebeten, das Training zu unterstützen. Den Hund animierend laufen diese Hilfspersonen weg, zuerst langsam, dann schneller, während der Hundeführer den Hund abruft und in eine andere Richtung geht. Wiederum muss bei manchen Hunden am Anfang eine lange Leine eingesetzt werden, um dem Hund einen Erfolg zu verunmöglichen. Sobald der Hund dem Hundeführer und nicht dem „Reiz“ (der Hilfsperson) folgt, wird er gelobt und wenn er beim Hundeführer ankommt, erhält er eine Belohnung.

Das Training sollte an ruhigen Orten begonnen werden und Schritt für Schritt an immer belebteren Orten durchgeführt werden. Je nachdem, auf was der Hund stark reagiert, werden nach und nach  Velo, Inline Skater etc. eingesetzt.

Es mag ein wenig aufwändig klingen. Aber bedenken Sie - ein Abbruchsignal kann Ihrem Hund in gewissen Situationen das Leben retten!